Seite 4 Westpreußen Berlin Aus dem Mitteilungsblatt Nr. 64 (01)
geführt hat. Stobaeus, der ganz unter dem Einfluss Eccards stand, trat bereits im Jahre 1601 als Bassist in der herzoglichen Kapelle auf. Im Jahre 1602 wurde er Kantor an der Domkirche und Domschule, im Jahre 1626 rückte er in die Stellung des Hofkapellmeisters auf. Zusammen mit eigenen Sätzen gab Stobaeus das nachgelassene Werk seines Lehrers Eccard unter dem Titel „Geistliche Lieder auf gewöhnlich preußische Kirchenmelodien" heraus, das 1634 in Danzig erschien, ferner „Erster und anderer Theil der Preußischen Fest-Lieder" (Elbing 1642, Königsberg 1644), „Cantiones sacrae item Magnificat" (Frankfurt/Oder 1624) sowie zahlreiche Gelegenheitsgesänge, z.T. auf Kirchenmelodien. Seine Wirkung als Vertoner von Kirchenliedern war tiefgreifend; viele seiner Kompositionen sind auch auf die Nachwelt gekommen.
14. September
125. Geburtstag Paul Fechter, geb. 14.09.1880 Elbing, gest. 09.01.1958 Berlin
Als Sohn eines Zimmermeisters in Elbing geboren, studierte Paul Fechter in Berlin und Dresden Architektur, danach Philosophie, Mathematik und Literatur und promovierte im Jahre 1906 zum Dr. phil. Er war Feuilletonredakteur bei den „Dresdner Neuesten Nachrichten" und von 1911-1915 bei der „Vossischen Zeitung". Nachdem er von 1915-1918 den Ersten Wehkrieg als Landsturmmann mitgemacht hatte, war er von 1918-1933 Redakteur bei der „Deutschen Allgemeinen Zeitung", danach Mitherausgeber, Theaterkritiker und Kunstreferent der Wochenzeitung „Deutsche Zukunft", 1954 Mitherausgeber der. „Neuen Deutschen Hefte". Paul Fechter, vor allem Kritiker und Literaturhistoriker, hat sich auch als Verfasser von Romanen, Erzählungen, Schauspielen und Erinnerungen einen Namen gemacht. Er schrieb u.a. Biographien von Frank Wedekind (1920), Gerhart Hauptmann (1922) und Ernst Barlach (1957), die Romane „Die Kletterstange" (1924), „Der Ruck im Fahrstuhl" (1926), „Die Rückkehr zur Natur" (1929), „Ras wartende Land" (1931), „Die Gärten des Lebens" (1938), „Der Herr Ober" (1940), „Alle Macht den Frauen" (l 950), die
Komödie „Der Zauberer Gottes" (1940), eine Literaturgeschichte „Dichtung der Deutschen" (1932), eine „Geschichte der deutschen Literatur" (1952), „Das europäische Drama" (drei Bände, 1956-1958), und die Erinnerungen „Menschen und Zeiten" (1948), „An der Wende der Zeh" (1949), „Menschen auf meinen Wegen" (l 955).
Am 21. April 1954 wurde Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen in Berlin-Wilmersdorf geboren. Zu ihrem 50.
Geburtstag gratulierte der Vorsitzende der Berliner Landesgruppe der Landsmannschaft Westpreußen, Reinhard
M.W. Hanke, beim Empfang im Rathaus Schmargendorf herzlich mit heimatlichem „Danziger Goldwasser".
Foto: Hanke.
Am 19. November 2004 konnte am früheren Wohnhaus von Paul Fechter eine Gedenktafel angebracht werden,
gefördert durch die Berliner Sparkasse schon zur 750 Jahrfeier Berlins (1987). Merkwürdiger „Zufall": auch Fechters
Vaterstadt Elbing beging 1987 ihr 750jähriges Bestehen. Das Ehepaar Sorge, Hauseigentümer nach der Familie
Fechter, freut sich darüber. Foto: Hanke.