Nr. 64 (01) Westpreußen Berlin Aus dem Mitteilungsblatt Sete3
Marienburg als Wahrzeichen deutscher Selbstbehauptung im Osten. Die Restaurierung war fast gleichzeitig mit der Vollendung des Kölner Doms im wesentlichen vor 100 Jahren abgeschlossen. Bei der sowjetischen Märzoffensive 1945 wurden große Teile der Marienburg schwer beschädigt. In jahrzehntelanger Arbeit sind die Schäden unter polnischer Verwaltung wieder behoben worden, so dass die Burg, die jetzt Museumszwecken dient, besichtigt werden kann.
02. März
175. Todestag Samuel Thomas von Soemmerring. geb. 28.01 1755 Thom, gest. 02.03.1830 Frankfurt (Main)
Der in Thorn geborene Mediziner studierte seit 1774 in Göttingen und wurde im Jahre 1778 Professor der Anatomie in Kassel Er ging im Jahre 1784 nach Mainz, 1798 nach Frankfurt am Main, und im Jahre 1805 als königlicher Leibarzt nach München, wo er geadelt wurde und Mitglied der Akademie und bayerischer Geheimrat war. Er kehrte im Jahre 1820 nach Frankfurt zurück, wo er auch gestorben ist Berühmt wurde Soemmerring durch sein sechsbändiges Werk „Vom Bau des menschlichen Körpers" (1791-1796), das noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts neu aufgelegt worden ist. Daneben standen auch seine Arbeiten und Untersuchungen über das Gehirn- und Nervensystem, über die Sinnesorgane, den Bau der Lungen, hoch im Ansehen. Im Jahre 1809 konstruierte er einen elektrischen Telegrafen, bei welchem die Zeichen durch galvanische Zersetzung von Wasser gegeben werden sollten. Auch beschäftigte er sich mit der Veredelung des Weines, arbeitete über die Sonnenflecken u.a. mehr. Soemmering war mit zahlreichen bedeutenden Zeitgenossen in Verbindung, u.a. mit Goethe, Kant, Herder, und war mit Georg Forster befreundet. Sein Briefwechsel mit letzterem wurde von Hettner (1878) herausgegeben. Der Göttinger Physiologe Rudolf Wagner schrieb Soemmerrings Biographie.
Rolf Siemon hat mit dem Westpreußischen Landesmuseum eine Ausstellung über Soemmerring zusammengestellt. Dazu gibt es einen Katalog in polnischer und deutscher Sprache. Am 12. Mai 2005 hält Rolf Siemon im Westpreußischen Bildungswerk einen Vortrag zu Soemmerring. Es ist auch daran gedacht, die Aussstellung spätestens 2006 in Berlin zu zeigen.
03. Juli
125. Geburtstag Carl Schuricht. geb. 03.07.1880 Danzig, gest. 07.01.1967 Oiseaux-sur-Vevey
Carl Schuricht, der zu den führenden zeitgenössischen Dirigenten gehört hat, entstammte einer Familie angesehener Orgelbauer. Er studierte von 1901-1903 an der Berliner Hochschule für Musik, u.a. als Schüler von Engelbert Humperdinck, und ging dann als Volontärkapellmeister nach Mainz. Als Kapellmeister wirkte er in Kreuznach, Dortmund, Goslar und Zwickau und wurde 1909 Dirigent des Rühl'schen Oratorienvereins in Frankfurt am Main. Von 1912-1944 war er erster Dirigent, Städtischer Musikdirektor und Generalmusikdirektor in Wiesbaden. Er leitete 1933 den Philharmonischen Chor in Berlin, war Leiter der Sinfoniekonzerte in Scheveningen und Gastdirigent in Wien, Budapest, London, Stockholm und anderen europäischen Hauptstädten. Im Jahre 1944 siedelte er in die Schweiz über, von wo aus er weiterhin als Gastdirigent tätig war. Als Komponist schuf er Klaviersonaten, Lieder und Präludien für Klavier. Schuricht war Kommandeur des Oranje-Nassau-Ordens (1938), Inhaber des griechischen Phönix-Ordens (1936), der Niederländischen Bruckner-MedaiIle (1948), der Internationalen Bruckner-MedaiIle (1949) — er galt als hervorragender Bruckner-Interpret -, und war Ehrenbürger der Stadt Wiesbaden (1953).
06. Juli
425. Geburtstag Johann Stobaeus. geb. 06.07.1580 Graudenz, gest. 11.09.1646 Königsberg i. Pr.
Der Komponist Johann Stobaeus, in Graudenz geboren, ging im Jahre 1595 nach Königsberg, wo er die Lateinschule besuchte und im Jahre 1600 an der dortigen Universität studierte. Er war von 1599-1608 Schüler des Kapellmeisters am herzoglichen Hof, Johann Eccard, der eine starke Neubelebung des Kirchenliedes herbei-