Westpreußisches Bildungswerk Berlin-Brandenburg
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im August 2005 Hk
Ort der Veranstaltung: Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin-Wilmersdorf, “Kommunale Galerie”. Fahrverbindungen: U-Bahn Fehrbelliner Platz, Bus 101, 104, 115.
160 Donnerstag 08. Dezember 2004, 18.30 Uhr
Thema
750 Jahre Königsberg/Preußen. (mit Lichtbildern).
Referent Diplom-Geograph Reinhard
M.W. H a n k e
Zu den vielen runden Jahrestagen
im Jahre 2005 gehört auch die Gründung der Stadt Königsberg/Preußen vor nunmehr
750 Jahren. Ein Heer des Deutschen Ordens unter Führung von Böhmenkönig Ottokar
II. Przemysl – derselbe, der 1250 die Gründung der Stadt Zittau vornahm – war zum Kampf gegen die
heidnische prußische Bevölkerung des Samlandes in das Gebiet am unteren Pregel
eingerückt. Auf dem 15 m hohen Hügel Twangste, nahe dem Pregel, fand sich in
günstiger Schutz- und Verkehrslage bereits eine Prußenburg. Die nun errichtete
hölzerne Ordensfeste bestand in den Kämpfen ihre Bewährungsprobe und ab 1265
wurden Burg und Siedlung zügig ausgebaut. Den Namen erhielt der Platz nach dem
Böhmenkönig. Daher kommt wohl auch die Äußerung von Russen der Gegenwart, dass
zu dem am 3. Juli d.J. erfolgten Treffen zwischen Putin und Schröder eher die
Tschechen als Polen und Litauer hätten
eingeladen werden sollen. Die Historische Kommission für Ost- und Westpreußen
hielt Ende Mai d.J. in Göttingen eine bemerkenswerte Tagung zum Thema
Königsberg ab, ebenso in Frankfurt (Oder) das Deutsche Kulturforum in Potsdam
mit der Denkmalpflege der Viadrina. Zu beiden Tagungen kamen die angekündigten
Referentinnen aus Königsberg nicht. „Im Nachhinein“ soll es aber der Historischen Kommission für Ost- und Westpreußen
gelungen sein, Anfang Oktober d.J. in
Königsberg mit russischen Kollegen zu tagen.
Zum widersprüchlichen Bild im Jubiläumsjahr
von Königsberg gehört auch, dass der Vorsitzende der Landsmannschaft
Ostpreußen, Wilhelm von Gottberg, zwar eine Einladung der russischen
Bürgermeisterin Gurowa vorweisen konnte, aber von höherer Instanz wieder
ausgeladen wurde. Für Bundeskanzler
Gerhard Schröder war das kein Thema. Aber verwegen wie er nun einmal ist, ließ
er sich „zu der Aussage hinreißen, diese 750 Jahre hätten irgendwie auch im
Zusammenhang mit der deutschen Geschichte gestanden“ (Preußische Allgemeine
Zeitung vom 9.7.2005). Da wird sein Freund Putin aber mächtig dran geschluckt
haben!
Von 1824 bis 1874 war Königsberg
als Hauptstadt der vereinigten Provinz Preußen auch für uns Westpreußen
Provinzhauptstadt. Ein Grund mehr, sich mit den Anfängen der Stadt am Pregel zu
beschäftigen und den Glauben an die Zukunft der Stadt zu stärken.
Reinhard M.W. H a n k e , Diplom-Geograph, geb. 1940 in Berlin-Mitte, aufgewachsen in Reinickendorf, dort auch Schulbesuch. Studium u.a. der Geographie, Kartographie, Geschichte, Geologie, Soziologie in Hamburg und u.a. am Osteuropa-Institut der FU Berlin. Diplomarbeit über zwei ländliche Gemeinden in Nordhessen. Lehrbeauftragter an der FU, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an PH Berlin und TU. Aufsätze zur Kartographie und Landeskunde Westpreußens. Mitglied zahlreicher ostdeutscher Vereinigungen. Seit 1982 Vorstandsmitglied der Landsmannschaft Westpreußen, Vorsitzender seit 1986. Begründer der Arbeitsgemeinschaft Ostmitteleuropa e.V. (1981) und des Westpreußischen Bildungswerkes, seither deren Vorsitzender, Vorsitzender der LAG Ostkunde im Unterricht seit 2003. Bundeskulturreferent der Landsmannschaft Westpreußen seit 2003. Mitglied im Bundesvorstand der Copernicus-Vereinigung zur Pflege von Geschichte und Landeskunde von Westpreußen. Von1982-2005 Bezirklicher Planungsbeauftragter, lebt jetzt im Ruhestand in Berlin.